Plattform Wiesencafé

Plattform Wiesencafé, Düsseldorf - Garath

Plattform Wiesencafé - Eine künstlerische Antwort auf die Frage nach Reichtum und Veränderung.

Kunst
Künstler*inUte Reeh
Entstehungszeit2013–2020
2018–2023 (Aufstellung/Installation)
2023 (Restaurierung)
MaterialArmierter Beton, Holzbelag
TechnikBetonguss in Schalung, schwebender Belag aus Schalbrettern auf Balken
MaßeGrundfläche des Bauwerks 130 m², gestaltete Geländefläche 500 m², Zugang barrierefrei vom Fuß- Radweg sowie über Treppenstufen vom Viertel, umlaufender 30 cm hoher Sockel, Höhe über vom Fuß und Radweg abfallende Wiese bis 30 - 136 cm
VerfahrenKunst am Bau als Prozess
KostenKosten des Ideenfindungs und Planungsprozess: 932.500 €, Umsetzungskosten Plattform Wiesencafé: 104.000 €, Erneuerung Belag: 30.000 €
Bau
AdresseWittenberger Weg 1 1
40593 Düsseldorf
BauherrStädtische Wohnungsgesellschaft Düsseldorf
StandortAm Wittenberger Weg, Zwischen dem Haus 1b und dem Schwarzen Weg
Route in Google Maps
Karte
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Plattform Wiesencafé

Ausgangspunkt des Projekts war eine Analyse dreier Jugendlichen aus einem städtebaulich isolierten Viertel, derzufolge ihrem Viertel eine selbst konzipierte, gemeinsame Mitte fehlt; ein offener Ort, ein Treffpunkt auch für Menschen „von außerhalb“, an dem es zu essen und trinken gibt und an dem die eigene Kultur sichtbar wird.

Die Idee des Wiesencafés wurde nach langer Planung an zwei verschiedenen Orten im Viertel von Kindern, Jugendlichen, Studierenden und Lehrenden als einfaches Modell in Originalgröße aufgebaut und für einen Nachmittag benutzt und betrieben. Mit Enthusiasmus wurden Architektur, Materialien, Möbel, Keramik und Speisen gemeinsam entwickelt. Der Grundriss wurde als nutzbare Open-Air-Plattform gebaut. Sie dient als Treffpunkt, Bühne und Kunstort. Dort fanden Bauwochen, Gespräche, Ausstellungen, Symposien und Kunst statt.


Kunst wird hier nicht als abgeschlossene Form verstanden, sondern als Prozess im öffentlichen Raum, in dem Wirklichkeit beobachtet, hinterfragt und gemeinschaftlich geformt wird.

Erfolge, Rückschläge und Konflikte

Die Plattform ist zugleich benutzbare Skulptur, Fundament und Bodenplatte eines bis ins Detail vorbereiteten Gebäudes, dem Wiesencafé, dass zusammen mit der Städtischen Wohnungsgesellschaft, der Hochschule Düsseldorf und dem Jugendamt errichtet und betrieben werden sollte.


Wechsel in den Verwaltungsspitzen der Stadt führten zu Verzögerungen. Die Stimmung im Viertel war gespalten. Die Erwachsenen betrachteten ein Nicht-Bauen das Cafés als Niederlage und sahen sich in ihrer Abgehängtheit bestätigt und ernüchtert. Die Kinder und Jugendlichen nutzten den Ort als Treffpunkt und Bühne und konstatierten mit großer Nüchternheit, dass es gut sei, dass die Plattform keine Wände hat, weil man ihnen die Schlüssel zu einem geschlossenen Gebäude sicherlich nicht geben würde.


2017 wurde die Plattform als benutzbare Skulptur so errichtet, dass sie sowohl als offener Raum funktioniert als auch Bodenplatte für das Gebäude sein kann.

Artists in Wittenberger Weg

Die Plattform brachte internationale Künstler*innen in Austausch. Unter dem Label Artists in Wittenberger Weg erweiterte sich das Projekt um ein Künstlerstipendium mit Stipendiatenwohnung inmitten des Viertels.

Die Plattform, die Situation, die Wände der umgebenden Gebäude wurden immer wieder neu und gemeinsam definiert.

Aktueller Stand

2024 bemalten Wandkünstler im Auftrag eines städtisch finanzierten Festivals ohne Nachfrage bei den jungen Autor:innen, dem Projekt oder der Künstlerin die umliegenden Wände.

Damit ist der Schutz vor Entstellung nach dem Urheberrechtsgesetz (UrhG) verletzt. Dem Geiste des Projekt gemäß beginnt die Lösung die mit der Intuition der Kinder.


Autor: Sebastian Bertalan

Galerie
Vita

Ute Reeh

studierte Biologie und bildende Kunst in Kassel und Düsseldorf und war Meisterschülerin bei Nam June Paik. Sie beschäftigt sich mit der Relevanz künstlerischer Arbeit für gesellschaftliche Systeme und deren Veränderungsprozesse.
Seit 1987 umfasst ihre Arbeit Performance, großformatige Papierarbeiten, Zeichnung, Video und Skulptur; ab 1993 Erweiterung hin zu prozesshafter Arbeit und offenem Raum; 2014 Gründung des Zentrums für Peripherie als künstlerische Arbeit und zur Erforschung komplexer gesellschaftlicher Prozesse und deren Form.

Weitere Informationen
LinksTrailer Projektgeschichte
Song der Bauhütte Am Wittenberger Weg:
Workshop Adina Bar On, Artist in Wittenberger Weg 2022
QuellenLöcher in Gewissheiten in Dicke et. al. (Hg.) Gemeinschaftlichkeit. Perspektiven künstlerischer und kunstpädagogischer Kollektive und Kollaboration, 2024 Löcher im System in Böhme et.al.(Hg.) Im Wahrnehmen Beziehungs- und Erkenntnisräume öffnen, 2020 Artists in Wittenberger Weg 2021-22, Zentrum für Peripherie 2022 Artists in Wittenberger Weg 2020, Zentrum für Peripherie 2020 Artists in Wittenberger Weg 2019, Zentrum für Peripherie 2019 Artists in Wittenberger Weg 2018,Zentrum für Peripherie 2018