Wasserkinetische Plastik (Ebertplatz-Brunnen)

Ebertplatz, Köln

Vergessen, abgeschaltet, zurückerobert – Göddertz’ Skulptur verbindet Stadt und Mensch.

Kunst
Künstler*inWolfgang Göddertz
Entstehungszeit1969–1977
MaterialEdelstahl, Pflastersteine, Fugenmaterial – bei Dunkelheit beleuchtet
Technikgebogen, genietet, poliert
MaßeHöhe 700 cm, Durchmesser 1800 cm
VerfahrenWettbewerb unter vier eingeladenen Kölner Künstler*innen
Bau
AdresseEbertpl. 0
50668 Köln
BauherrStadt Köln
StandortMittig des Ebertplatzes
Route in Google Maps
Zugänglichkeit

Frei Zugänglich

Karte
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Kunst, die fließt.

Mit seiner Wasserkinetischen Plastik schuf der Kölner Metallbildhauer Wolfgang Göddertz 1977 ein ebenso dynamisches wie partizipatives Kunstwerk. Die sieben Meter hohe Edelstahlskulptur prägt seitdem das Zentrum des Ebertplatzes – einem in den 1970er-Jahren tiefgelegten Verkehrsknotenpunkt, der durch Kunst und Gestaltung lebenswerter werden sollte.

Seine Skulptur aus geschliffenem Edelstahl ist nicht wie ein klassischer Brunnen von einem Becken gefasst, sondern schließt barrierefrei mit dem Pflaster ab – ein begehbares Kunstwerk, das gleichermaßen Wasserspiel, Skulptur und Stadtraum ist. Mit 18.000 Litern zirkulierendem Wasser pro Stunde erzeugt die Plastik eine kraftvolle, kinetische Wirkung. Sie war von Beginn an ein Anziehungspunkt, vor allem für Kinder – ein belebter Ort mitten in der Stadt.

Doch wie der Platz selbst geriet auch die Skulptur über die Jahrzehnte in Vergessenheit. Ab den 1990er-Jahren wurde der Brunnen abgeschaltet, Instandhaltung blieb aus, der Ebertplatz galt als problembehaftet. Erst durch zivilgesellschaftliches Engagement, insbesondere durch Grischa Göddertz, Sohn des Künstlers, wurde das Werk 2018 wieder in Betrieb genommen – unterstützt von der Stadt Köln und vielen Engagierten rund um die Initiative "Unser Ebertplatz".

Seither fließt das Wasser wieder, Kinder spielen in der Anlage, Passant*innen verweilen auf den umliegenden Bänken. Göddertz’ Werk will mehr als nur betrachtet werden: Sie will genutzt, erlebt und zurückerobert werden – als lebendiger Teil der Stadt.

Galerie
Vita

Wolfgang Göddertz, geboren 1944 in Gustorf (Grevenbroich), lebte und arbeitete in Pulheim-Sinnersdorf, wo er 2016 starb. Nach einer Lehre als Kunstschmied studierte er von 1963 bis 1966 Bildhauerei an den Kölner Werkschulen und der Kunstakademie Düsseldorf. 1964 erhielt er ein Stipendium der Stiftung für Begabtenförderung des Landes Nordrhein-Westfalen. 1979 hatte er einen Lehrauftrag in Kairo und am Goethe-Institut Alexandria (Ägypten).

Zu Wolfgang Göddertz' bekanntesten Werken im öffentlichen Raum zählt die „Wasserkinetische Plastik“ auf dem Kölner Ebertplatz (1970/71). Er realisierte zahlreiche Kunst-und-Bau-Projekte, darunter die Freiplastiken „Raumverknotung“ am Auswärtigen Amt in Bonn und „Induktion“ vor der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg in Sankt Augustin. 2011 war Göddertz Mitglied der Jury des Kunst-und-Bau-Wettbewerbs für die Lichtkunst-Installation am CECAD-Gebäude der Uniklinik Köln.