Foto: Jürgen Schmidt

Ohne Titel (Lichtinstallation) • CECAD-Forschungsgebäude, Uniklinik Köln

Wie leuchtende Kugeln wirken die Elemente der Lichtinstallation in der Passage des CECAD-Gebäudes. Als integraler Bestandteil der Architektur setzen sie bei Tag und Nacht ein Zeichen.

Auf dem Gelände des Universitätsklinikums Köln eröffnete 2013 der Neubau eines Laborgebäudes für das Cologne Excellence Cluster on Cellular Stress Response in Aging-Associated Diseases (CECAD), in dem die Ursachen des Alterungsprozesses und alterungsassoziierter Erkrankungen erforscht werden. Die räumliche Nähe zu Max-Planck-Instituten und anderen Einrichtungen der Universität zu Köln ermöglicht die fachliche Vernetzung von Wissenschaftlern und Studierenden. Der siebengeschossige Bau fügt sich städtebaulich in die vorhandene Bebauung ein, setzt mit seiner Fassadengestaltung aber zugleich einen architektonischen Akzent. Im Kontrast zu den hellen Wandflächen aus weiß pigmentiertem Betonwerkstein stehen die Fenster mit dunklen Aluminiumrahmen und messingfarbenen Metallgeweben als Sonnenblenden. Auf einer Nutzfläche von 11.000 Quadratmetern bietet das Gebäude flexibel kombinierbare Laborräume und Büros. Im Erdgeschoss befinden sich die Eingangshalle, ein Hörsaal und eine Cafeteria, zu denen sich die zweigeschossige Sockelzone öffnet.

Der über den Campus verlaufende sogenannte Studierendenweg, der sich vom Hauptgebäude der Universität bis zum Bettenhaus der Uniklinik erstreckt, führt als Passage mitten durch das CECAD-Gebäude. Er tangiert das große Atrium des Forschungszentrums, das über alle sieben Geschosse reicht und mit einer gläsernen Decke für natürliche Belichtung sorgt. Der Studierendenweg setzt den öffentlichen Raum im Gebäudeinneren fort und gewährt durch die großen verglasten Flächen Einblicke. Inszeniert wird die Passage durch eine Lichtinstallation, die der Künstler Yoshiyuki Miura gemeinsam mit dem Lichtplaner Frank Vetter entwarf. Sie konnten sich in der zweiten Stufe des Kunst-und-Bau-Wettbewerb gegen sieben Konkurrenten durchsetzen.

Das für 210.000 Euro realisierte Projekt besteht aus drei kubischen Elementen, die wiederum aus einer Vielzahl von je 2 Meter langen senkrecht hängenden Stäben zusammengesetzt sind. Die farbige Lackierung in Gelb und Orange erzeugt den optischen Effekt einer schwebenden Kugel. Die Form soll Assoziationen zu den Zellen wecken, die im CECAD erforscht werden. Damit greifen die Künstler auch die Gestaltung der Innenwände auf, bei denen eine unregelmäßige Struktur aus Halbkugeln als Negativformen in den Sichtbeton geprägt sind. Die leuchtenden Farben der Installation setzen bei Tag und Nacht ein Zeichen: Sie markieren die Eingänge zur Passage und fungieren damit auch als Orientierungshilfe. Bei Dunkelheit bringt die LED-Beleuchtung die Stäbe scheinbar zum Glühen, die stereometrischen Formen lösen sich diffus auf. „Es handelt sich nicht um ein dem Bauwerk zugefügten Kunstwerk, sondern um eine Licht-Kunst-Installation, die sich als integraler Bestandteil der Architektur versteht. Der Entwurf hat in seiner minimalistischen Form viel Geheimnisvolles“, urteilte die Jury.

Vita

Yoshiyuki Miura, geboren 1958 in Fukuoka, Japan, lebt und arbeitet in München. Nach dem Studium der Bildhauerei an der Staatlichen Universität für Musik und Bildende Kunst in Tokyo 1981–1985 wechselte er an die Akademie der Bildenden Künste in München, die er 1995 als Meisterschüler bei Leo Kornbrust abschloss. Er war Stipendiat des DAAD und des Bellevue-Saales Wiesbaden und gewann unter anderem den Preis der Steinerstiftung Kardinal-Wetter-Förderpreis Preis der Danner-Stiftung und den Debütantenpreis der Akademie der Bildenden Künste München. Yoshiyuki Miura schuf zahlreiche Skulpturen und Installationen im öffentlichen Raum, dazu zählen Arbeiten für das Karlsruher Institut für Technologie, den Neubau des Rechenzentrums der Hochschule Augsburg und die Deutsche Welle in Bonn.

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