© VG Bild-Kunst Bonn 2020, Foto: Holger Knauf

Stains 309 • Land- und Amtsgericht Düsseldorf

Hunderte glänzende Farbtropfen verteilen sich über die Wand im Gerichtsfoyer. Die runden Formen und die leuchtenden Farben bilden einen lebendigen Kontrast zur geradlinigen Architektur.

„Ein Justizzentrum, das sich architektonisch und städtebaulich nicht verschließt, sondern für alle Bürger offen steht und positive Impulse für den Stadtteil Oberbilk setzt.“ So beschreibt der Bauherr, der Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW, den Neubau des Land- und Amtsgerichts Düsseldorf, der im Frühjahr 2010 eingeweiht wurde. In dem sechsgeschossigen Gebäude befinden sich neben Straf-, Zivil- und Schwurgerichtssälen eine Bibliothek, Schulungsräume und Büros sowie eine öffentlich zugängliche Cafeteria im Erdgeschoss.

Zur Werdener Straße öffnet sich der Komplex mit einem großen Vorplatz, von dem aus über eine Sicherheitsschleuse die repräsentative Eingangshalle betreten wird. Sie dient als zentraler Erschließungsbereich für Besucher und Mitarbeiter. Wie der gesamte Bau zeichnet sich auch die von oben durch eine Glasdecke natürlich belichtete Halle durch eine klare Gestaltung aus. Verglaste Flächen und offene Emporen erlauben Einblicke in die Obergeschosse. Gegenüber dem Eingang erscheint die große Freitreppe aus Stahl, Glas und Holz, die sich auf der ersten Ebene teilt und gegenläufig weiterführt wie eine große bauliche Skulptur. Mit den orthogonalen, überwiegend symmetrischen Formen der Architektur kontrastiert der ovale Infotresen, der sich auch durch seine dunkelrote Farbe vom dominierenden Weiß des Raums abhebt.

Auch die dahinter liegende Wandgestaltung bricht mit der kühlen Strenge der Architektur. Die 13 Meter hohe und 7 Meter breite Fläche stand im Fokus des Kunst-und-Bau-Wettbewerbs, in dem Peter Zimmermann die Jury überzeugte. „Die Arbeit nimmt sowohl eine autonome als auch eine auf den Raum abgestimmte künstlerische Setzung vor. Peter Zimmermann verbindet malerische, skulpturale und konzeptionelle Aspekte und schafft ein dynamisches, zeitgenössisches Reliefbild, das dem Betrachter eine Vielzahl wechselnder Eindrücke vermittelt“, begründete die Jury ihre Entscheidung.

Zimmermanns Arbeit „Stains 309“ besteht aus 400 tropfenförmigen Elementen, die sich unregelmäßig über die Wand verteilen wie zufällig auf einem Blatt Papier entstandene Farbspritzer, die um ein Vielfaches vergrößert wurden. Bis zu 180 Zentimeter groß sind die Klekse, die aus mit Epoxidharz überzogenen Hartschaumkernen bestehen. Der glänzende Schutzlack macht das Kunstwerk nicht nur dauerhaft haltbar und pflegeleicht, sondern vermittelt auch den Eindruck frischer Lackfarbe. Fast rechnet der Betrachter damit, dass die Tropfen die Wand hinunterperlen. In der sonst so nüchternen, sauberen Umgebung erzeugen die Farbflecken einen Moment der Irritation und Lebendigkeit. Gerade der Kontrast der bunten, runden Formen der Installation mit der geradlinigen Architektur in Weiß und Grautönen bringt die Qualitäten des Kunstwerks wie auch des Bauwerks gleichermaßen zur Geltung.

Vita

Peter Zimmermann, geboren 1956 in Freiburg im Breisgau, lebt und arbeitet in Köln. Er studierte von 1978 bis 1983 an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart. Seitdem hatte er zahlreiche Einzel- und Gruppenausstellungen in Galerien und Museen im In- und Ausland. Von 2002 bis 2007 war er Professor an der Kunsthochschule für Medien Köln. Peter Zimmermann arbeitet als Maler, Bildhauer und Objektkünstler.

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