Foto: Michael Rasche

Fünfflügler • Amtsgericht Mettmann

In immer neuer Gestalt zeigt sich die kinetische Plastik von Jörg Wiele. Der Wind setzt die metallenen Formen in Bewegung und lässt sie umeinander kreisen.

Vor dem massiven Baukörper des Amtsgerichts Mettmann erhebt sich seit 2009 die kinetische Plastik „Fünfflügler“ des Künstlers Jörg Wiele. Sie entstand im Rahmen eines Kunst-und-Bau-Wettbewerbs für die Gestaltung des Außenraums des Gerichtsgebäudes. Der vom Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW in Zusammenarbeit mit dem Architekturbüro RKW + entworfene Neubau in der Innenstadt von Mettmann bietet auf fünf Geschossen Platz für Verhandlungssäle, Besprechungsräume, fünf Zellen für Gefangene sowie Büros für die 70 Mitarbeiter. Mit seiner Fassade aus rotem Ziegelmauerwerk setzt das Gebäude einen städtebaulichen Akzent. Die versetzte Anordnung der Fenster erzeugt ein spannungsvolles Wechselspiel zwischen horizontalen und vertikalen Elementen. Eine flache Freitreppe vermittelt zwischen den unterschiedlichen Niveaus der Straßen und des Haupteingangs.

Im linken Drittel ist die Fassade an dieser Seite nicht durchfenstert und bildet so einen geschlossenen Hintergrund aus Backstein, vor dem sich der metallisch glänzende „Fünfflügler“ abhebt. Auf einem schmalen, konisch zulaufenden Kupfersockel installierte Jörg Wiele fünf Metallhohlformen in Größen von 1,5 bis 4 Metern. Die unterschiedlich stark gebogenen Elemente, die an Insektenflügel erinnern, liegen auf kugelgelagerten Verbindungen übereinander. Angetrieben durch Windströmungen kreisen sie in einem Radius von bis zu 5 Metern umeinander. Die Anordnung und die Bewegungsmuster sind nicht zufällig entstanden, sondern vom Künstler sorgsam austariert. Sie erzeugen für den Betrachter immer wieder neue Ansichten. 180 Kilogramm wiegt die 7,5 Meter hohe Plastik, doch die filigranen Formen und die ruhigen Bewegungen geben ihr eine überraschende Leichtigkeit.

Jörg Wiele nutzte Stahl, Kupfer, Messing, Blei und Blattgold, um unterschiedliche Oberflächenqualitäten zu erreichen. Bewusst einkalkuliert ist die natürliche Patinierung durch Oxidation, die das Erscheinungsbild des Kunstwerks im Laufe der Zeit verändert. „Nichts bleibt wie es ist, alles ändert sich“ – eine Aussage, mit der Jörg Wiele nicht nur sein Kunstwerk beschreibt. Die kinetische Plastik repräsentiert für ihn den Fluss des Lebens. Sie „soll ein positives energetisches Symbol sein, das raumbestimmend und gleichzeitig raumbildend die Platzatmosphäre und die Architektur im freundlichen Miteinander erhebt und akzentuiert, die Menschen einlädt zur ruhigen Betrachtung“.

Vita

Jörg Wiele, geboren 1951 in Blievenstorf, lebt und arbeitet in Düsseldorf. Nach einer Ausbildung zum Feinmechaniker studierte er von 1973 bis 1981 Bildhauerei an der Kunstakademie Düsseldorf bei Fritz Schwegler und Karl Bobeck. 1980 erhielt er das Ernst-Poensgens-Stipendium. Studienreisen führten Jörg Wiele in die Türkei, nach Ägypten, Indien, Sri Lanka und Indonesien. Die Einflüsse der asiatischen Kultur spiegeln sich auch in seiner künstlerischen Arbeit wider, deren Schwerpunkt auf kinetischen Plastiken für den Außenraum liegt.

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