Ein seltsam klassisches Denkmal

Apollowiese, Düsseldorf

Eine Skulptur für Vielfalt und Entfaltung. Claus Richters Skulptur „Ein seltsam klassisches Denkmal“ erhebt siegreich die Hände.

Kunst
Künstler*inClaus Richter
Entstehungszeit2018–2020
MaterialBronze, Beton
TechnikBronzeguss
Verfahrengeladener, anonymer Wettbewerb
Bau
AdresseApollowiese
40213 Düsseldorf
StandortAuf der Düsseldorfer Rheinwiese zwischen dem Apollo Varieté und dem KIT – Kunst im Tunnel
Route in Google Maps
Zugänglichkeit

Öffentlich Zugänglich

Karte
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Ein Zeichen der sexuellen Vielfalt

2018 beauftragte die Kunstkommission Düsseldorf einen zweiphasigen, geladenen und anonymen Wettbewerb für die Erschaffung eines Gedenkortes bezüglich der Diskriminierung der LSBTIQ+/LGBTQ+ Community. Dieser fand in Zusammenarbeit mit dem „LSBTIQ+ Forum Düsseldorf“ statt und insgesamt waren 14 Künstler*innen zu einer Beteiligung eingeladen worden.

Nach einer öffentlichen Informationsveranstaltung 2019, gewann im Mai 2020 dann Claus Richter mit seinem Siegerentwurf „Ein seltsam klassisches Denkmal“ den Wettbewerb für sich. Die Bronzefigur findet seinen Platz auf der Wiese zwischen dem „KIT-Kunst im Tunnel“ und dem „Apollo Varieté“. Sie bildet eine Figurengruppe ab, welche vereint auf dem Betonsockel steht, in die vier Himmelsrichtungen sieht und die Arme gen Himmel streckt. Die Hände dabei zum Teil zu Fäusten geballt oder die Finger zu einem Peace/Victory-Zeichen geformt. Alle vier Figuren halten dabei vereint und untrennbar ihre Hände, geben sich gegenseitig Rückendeckung und zeigen einen festen Standpunkt.

In einem Interview wird Richter auf die Symbolik der Figuren angesprochen und er sagte folgendes:

„So wie ich die Ästhetik des vielgesehenen Denkmals bewusst nutze, nutze ich auch ganz bewusst diese vielgesehenen Gesten. Und die gehören eben nicht ausschließlich einem speziellen politischen Spektrum oder einer dezidierten Gruppe, sie sind universelle Zeichen des Widerstandes. Bei diesem Ort, den wir hier schaffen, geht es ja auch um ein Einstehen für etwas, für Diversität, für selbstbestimmte Sexualität, für eine menschliche Gemeinschaft. Das hatte und hat leider viel mit Widerstand und Kampf zu tun, das war und ist eben leider die Situation für viele Menschen. Und es gibt ja auch eine weitere Geste, die Figuren halten sich alle an den Händen. Sie sind vereint, es hat etwas sehr Humanistisches für mich, eine Utopie natürlich, die nur ab und zu aufleuchtet, aber dann umso stärker und schöner. So kitschig das klingt: Es geht um die Kraft der Gemeinschaft.“

Die vier Figuren symbolisieren die Vielzahl der Angehörigen, welche sich der LSBTIQ+/LGBTQ+ Community zugehörig fühlen und erinnern an den langen Kampf, den die queere Community für seine Rechte führt.

Die Inschrift auf der Hinweistafel der Plastik spiegelt dies auch nochmal wieder: „ORT FÜR DIE ERINNERUNG UND AKZEPTANZ GESCHLECHTLICHER UND SEXUELLER VIELFALT. Dieser Ort ist den Lesben, Schwulen, Bisexuellen und trans* Menschen gewidmet, die Opfer von Gewalt, Verfolgung und Diskriminierung in Düsseldorf wurden. Und all denen, die in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft für geschlechtliche und sexuelle Vielfalt einstanden und einstehen.“

Galerie
Vita

Claus Richter, 1971 in Lippstadt geboren, lebt und arbeitet heute in Köln.

Von 1994 bis 2003 studierte er an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach und er präsentierte seine Werke in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen. Unter anderem 2014 mit „Ignoranz“ in der Clages Gallerie in Köln, 2017 „Kunst als Spiegel der Gesellschaft“ im Schloss Neuhardenberg und 2023 mit „Lippstadt“ im Depot des Stadtmuseums in Lippstadt.

Im Verlauf seiner Karriere erhielt Richter mehrere Auszeichnungen und Stipendien. 2002 erhielt er den Preis für Malerei, Grafik und Zeichnungen der Johannes-Moosbach-Stiftung, 2007 das Stipendium von Schloss Ringenberg und 2015 das Stipendium des Schlosses Heiligenberg in Donaueschingen.

Des Weiteren publizierte er bereits mehrere Literaturen. Unter anderem „Wishbook“ mit dem Verlag der Buchhandlung Walther und Franz König oder ein Interview mit ihm im FAIRY TALE MAGAZINE (01/2003, S.26-32).