Foto: Mitja Eichhorn, Skulpturenmuseum Glaskasten Marl

Der Heilende – der Geheilte – der Kranke • Klinikum Vest - Paracelsus-Klinik

Die Bronzeplastik von Karl Hartung begründete die lange Tradition von Kunst in der Paracelsus-Klinik, die heute offizielle Außenstelle des Marler Skulpturenmuseums ist.

In Marl schuf der Bildhauer Karl Hartung für die 1955 eröffnete Paracelsus-Klinik die dreiteilige Plastik „Der Heilende – der Geheilte – der Kranke“. Als Sinnbild für die Aufgabe des Krankenhauses begrüßt sie bis heute vor dem Haupteingang die Patient*innen und Besucher*innen. Die von Werner Hebebrand und Walther Schlempp entworfene Klinik galt ihrerzeit als das modernste Krankenhaus Europas, in dem neben Funktionalität, neueste Technik und optimierten Versorgungsprozessen vor allem Patientenfreundlichkeit zum Konzept gehörte. Die T-Form des achtgeschossigen Stahlbetonskelettbaus ermöglichte kurze Wege. Statt der herkömmlichen trostlosen Krankensäle wurden Zimmer mit maximal drei Betten eingerichtet, die durch pastellfarbene Wände und geschosshohe Fenster mit Blick in die Landschaft den Aufenthalt so angenehm wie möglich machen sollten.

Für die Außenwand neben dem Haupteingang entstand infolge eines Kunst-am-Bau-Wettbewerbs 1955 die dreiteilige Bronzeplastik „Der Heilende – der Geheilte – der Kranke“ des Berliner Bildhauers Karl Hartung. Drei abstrakte Figuren im Übergang von der Horizontalen in die Vertikale verdeutlichen den Heilungsprozess: Rechts liegt die zusammengekrümmte Gestalt des Kranken. Der Geheilte in der Mitte stützt seinen Arm auf und scheint im Begriff sich aufzurichten. Links steht der Heilende, dessen Haltung Gesundheit und Kraft vermittelt. Ein Gussgips der Arbeit wird im Erdgeschoss des Krankenhauses ausgestellt.

Hartungs Kunstwerk bildete den Auftakt für die lange Tradition der Kunst im Haus, die 1990 in eine ungewöhnliche Kooperation mündete: Die Paracelsus-Klinik wurde offizielle Außenstelle des städtischen Skulpturenmuseums Glaskasten. Im Inneren der Gebäude und im Park der Klinik sind Werke namhafter Künstler*innen wie Max Bill, Ernst Barlach und Ewald Mataré ausgestellt. Auch Kunst am Bau wurde mit Georg Meistermanns Kapellenausstattung (1957/1987), dem „Licht-Bild“ von Günter Dohr (1991/92), Horst Gläskers Wandgestaltung „Sonnenlinien“ (1999) und dem „Blick auf einer Marler Archiv“ von Michael Jäger (1992) fortgeführt.

Vita

Karl Hartung, geboren 1908 in Hamburg, gestorben 1967 in Berlin, war in Berlin tätig. Nach seiner Ausbildung zum Holzbildhauer studierte er an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg bei Johann Michael Bossard und ging anschließend von 1929 bis 1932 mit einem Lichtwark-Stipendium nach Paris. 1951 wurde Hartung als Professor für Bildhauerei an die Hochschule für bildende Künste in Berlin berufen. 1955 bis 1967 war er Vorsitzender des Deutschen Künstlerbundes. Er nahm an der documenta 1 (1955), documenta II (1959) und documenta III (1964) in Kassel sowie an der Biennale von Sao Paulo 1959 teil. 1950 gewann er den Kunstpreis der Stadt Berlin, 1954 den Cornelius-Preis der Stadt Düsseldorf.

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