Foto: Gereon Krebber

Bohne • Biowissenschaftliches Zentrum der Universität Köln

Im Kölner Biozentrum wachsen Pflanzen nicht nur im Forschungsgewächshaus. Auch im Foyer windet sich eine Bohne empor – eine gigantische Skulptur des Künstlers Gereon Krebber.

Im Neubau des Biowissenschaftlichen Zentrums der Universität zu Köln sind seit 2010 die Institute für Botanik, Zoologie und Entwicklungsbiologie vereint. Das von Schneider + Sendelbach Architekten aus Braunschweig entworfene Gebäude fügt sich in die städtebauliche Struktur des Kölner Univiertels ein. Der kompakte, langgestreckte Baukörper bietet auf sechs Geschossen flexiblen Raum für Labore, Aquarien, Hörsäle, Büros und weitere Einrichtungen für Forschung und Lehre. Die Fassaden sind großflächig verglast. Über die gesamte Länge erstreckt sich eine offene Halle, auf die sich die innere Erschließung ausrichtet. Sie ermöglicht Blickbeziehungen zwischen den Ebenen und verbindet damit räumlich und visuell die unterschiedlichen Disziplinen und Arbeitsbereiche. Überbrückt wird diese Fuge durch ein großes Glasdach, das sich auch über das Forschungsgewächshaus auf der obersten Ebene erstreckt.

Foto: Gereon Krebber
Foto: Gereon Krebber

Doch nicht nur unter dem Giebel wachsen Pflanzen. Im lichtdurchfluteten Luftraum des Foyers windet sich eine Bohne gen Himmel – eine Skulptur von Gereon Krebber, der sich in einem Kunst-und-Bau-Wettbewerb durchsetzen konnte. Rund 115.000 Euro kostete die gigantische Hülsenfrucht, die mit ihren 16 Metern Höhe hinauf bis zum vierten Geschoss reicht. Mit der langen, schmalen Form reagierte Krebber bewusst auf die räumliche Situation der Halle.

Konstruiert wurde die Bohne aus Metall und Styropor, ummantelt mit Acrylharz. In leuchtendem Grün, das mit gelben und roten Sprenkeln durchsetzt ist, hebt sich die Plastik von der Umgebung ab, in der lediglich rote Türen entlang der Erschließungsgalerien einen weiteren starken Farbakzent setzen. Im oberen Bereich, je nach Blickwinkel kaum zu erkennen, ist das Objekt zweigeteilt. Der lose Part hängt frei an einer Stange. Dem Kunstwerk ergeht es somit wie einem Untersuchungsobjekt der Biologen: Die Pflanze wird aufgezogen, um schließlich aufgeschnitten und seziert zu werden. Der inhaltliche Bezug auf die im Biowissenschaftlichen Zentrum präsenten Themen überzeugte auch die Wettbewerbsjury: Die „gedankliche Verbindung zwischen der Bohne als einem Demonstrationsobjekt für die Mendelschen Gesetze und der Bestimmung des Gebäudes ist in der Skulptur einerseits treffend veranschaulicht, andererseits ironisch geistreich gebrochen.“

Vita

Gereon Krebber, geboren 1973 in Oberhausen, lebt und arbeitet in Köln. Er studierte von 1994 bis 2000 an der Düsseldorfer Kunstakademie, unter anderem bei Tony Cragg und Hubert Kiecol, und anschließend am Royal College of Art in London, wo er 2002 seinen Master in Fine Art Sculpture ablegte. Unter anderem wurde er 2007 mit dem Kunstpreis junger westen und 2007 mit dem Förderpreis des Landes Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet. Seit 2012 hat Gereon Krebber eine Professur für Bildhauerei an der Kunstakademie Düsseldorf inne. Bei seinen Kunst-und-Bau-Projekten versteht er die Architektur als „Teil und Gegenpart der Arbeit, die fest mit dem umgebenden Raum verwoben ist“.

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